Du wirst dein Leben lang verarscht - Christoph Holzhöfer

Montag, 3. Oktober 2016

Du wirst dein Leben lang verarscht - Christoph Holzhöfer

Du wirst dein Leben lang verarscht

In der Jugend fühlst du dich so stark
Rufst, geht mir aus dem Weg
Du glaubst, dass jedes Hindernis
Irgendwie zu beseitigen geht
Auf dem Feld der Illusionen
Da hast du ausgesät
Du rupfst das Unkraut
Siehst, wie es mächtig vorangeht
Doch dann bleibt der Regen aus
Das hast du nicht eingeplant
& schon verdorrt, was groß war & stark

Das wirft dich nicht um
Du denkst, alles halb so schlimm
Träumst von 'nem Mercedes
& dem großen Lottogewinn
& du bist dir sicher
Irgendwann da kommt der Tag
Da bist auch du
Der Sonne ganz nah
Doch da ist immer einer
Der dich auf 's Glatteis führt

Ja! du kannst machen. was du willst
Du wirst dein Leben lang verarscht
Du kannst gehen, wohin du willst
Immer ist schon einer da
& die Leiter, auf der du der Sonne entgegen strebst
Die hat ein andrer schon angesägt
& wenn du auf den Boden der Realität fällst
Ist keiner da, der dich auffängt

& du lässt dich treten
Hast sogar noch Spaß daran
& wenn man dich geschlagen hat
Sagst du, fangt nochmal von vorne an
Dein ausgemergelter Körper
Trägt die ganze Last
Neben dir geht der feine Herr
Passt auf, dass er sich nicht dreckig macht
& du meinst, das müsste eben so sein
Denn er ist ja so mächtig & du so klein

Ein eisiger Wind
Weht dir ins Gesicht
Du versuchst, voranzukommen
Schaffst es aber nicht
Du rennst dein ganzes Leben lang
Immer nur im Kreis
Zahlst an der Mautstation
Einen viel zu hohen Preis
& die Wegelagerer wollen auch noch ihren Teil

Ja! du kannst machen. was du willst
Du wirst dein Leben lang verarscht
Du kannst rennen, wie du willst
Du kommst einfach nicht voran
Du kämpfst wie Don Quijote gegen Windmühlen
& versuchst sogar, über das Wasser zu gehen
Doch dabei ertrinkst du, das gelingt dir nicht
Weil du nicht Gottes Sohn bist

Du glaubst, du kennst die Wahrheit
Sagst: man müsste nur richtig hinsehen
Du rennst Gurus hinterher
Nur weil sie dir, was du hören willst erzählen
Du glaubst diesen Greisen
An den Hebeln der Macht
Dem Narr, der im Hintergrund
Die Fäden zieht & lacht
Sie sagen dir: hier! das ist die Moral
& du hälst dich dran, aber ihnen ist sie egal

Du willst die falschen Götter stürzen
Weißt aber nicht einmal, wer sie sind
& wenn einer von ihnen fällt
Ist sofort ein andrer da, der den freien Platz einnimmt
Der König ist tot! Es lebe der König!
Das war schon immer so
Du fasst kräftig mit an
Hebst ihn auf seinen Thron
& hnterher sagst du:
Das hab' ich nicht gewollt

Ja! du kannst machen. was du willst
Du wirst dein Leben lang verarscht
Du kannst glauben, woran du willst
Es ist sowieso falsch
& was heute noch die Wahrheit ist
Ist morgen schon Lüge & dafür hängt man dich
Wenn du nur die Wahrheit sagst
Das aussprichst, was kein anderer zu sagen wagt

Gaukler & Clowns sind überall
Säumen deinen Weg
Die machen für Geld alles
Doch unter ihre Masken kannst du nicht sehen
Verwesung & Fäulnis
Hinter den bunten Fassaden
Das ganze Leben
Eine große Maskerade
& sie feiern die Soldaten,die heimgekehrt
Sind, aus den großen Krieg, der schon viel zu lange währt

Politiker, Bonzen & deren Handlanger
Sagen dir, wie du zu leben hast
Sie täuschen dir eine Welt vor
Die ist so sauber, satt & glatt
Unreinheiten werden von Makeup verdeckt
Runderneuert & planiert
Die Gehirne von Fachleuten
Auf den neuesten Trend frisiert
So, dass du die Blume, die Hoffnung heißt
Nicht sehen kannst

Ja! du kannst machen. was du willst
Du wirst dein Leben lang verarscht
Du kannst lachen oder nicht
Es ist sowieso egal
& worüber man heute noch lachen kann
Darüber weint man schon morgen & dann
Gefriert dir dein Lächeln im Gesicht
Denn weinen gelernt, das hast du nicht

Doch irgendwann, dann wirst du wach
Merkst, das ist ja gar kein schlechter Traum
& dann stehst du auf
Schreist deine Wut heraus
Dann gibt 's in deinem Kopf
Die große Revolution
Götter & Könige
Fallen von ihrem Thron
& dann schweigen endlich die, die sonst immer laut schreien
& du fällst nicht mehr auf ihre Phrasen rein

Dann musst du keinem mehr die Tür aufhalten
Musst nicht mehr zur Seite gehen
Die Lügen prallen an dir ab
Du kannst wieder richtig hören & sehen
& dann stürzen auch die Götter
Einer ist genug
Jeder andere mehr
Ist doch nur Betrug
& dieser eine kann ja
Viele Namen haben

Dann kannst du machen, was du willst
Du wirst nicht mehr verarscht
& du kannst glauben, woran du willst
Es ist alles wahr
& ein Boot wartet, das dich über das Wasser bringt
& keiner lauert darauf, dass du versinkst
& dann bist du der Sonne endlich nah
& alle Träume werden wahr

Aufgenommen 1993 im Studio 1058 in Berlin, Prenzlauer Berg mit Mann Pokrandt: Bass, Drums & Egge Schumann: Tasten

https://youtu.be/TtbvVSL-H_w

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